„Magst du dich kurz vorstellen?“

Es gibt Fragen, auf die bereitet man sich erstaunlich selten vor, obwohl die Antworten entscheidend sein können. Immer wieder geraten wir im Job in Situationen, in denen wir uns – in aller Kürze – vorstellen sollen.

Vielleicht kommt deine Führungskraft mit der neuen Bereichsleitung ins Büro und sagt: „Das hier ist [dein Name]. Sie stellt sich am besten selbst kurz vor.“

Oder du sitzt in einem Projektmeeting. Eine neue Kollegin aus einem anderen Bereich kommt dazu und die Projektleitung eröffnet die Vorstellungsrunde mit den Worten: „Dann fangen wir doch bei dir an.“

Oder du bist auf einer Netzwerkveranstaltung und jemand fragt dich beim ersten Gespräch: „Und was machen Sie beruflich?“

Diese Momente dauern oft nur wenige Sekunden – können aber einen erstaunlich nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Dein Elevator Pitch: 30 Sekunden, die in Erinnerung bleiben

Genau für solche Situationen gibt es den Elevator Pitch (wörtlich „Fahrstuhl-Vorstellung“).
Die Idee dahinter ist einfach: Stell dir vor, du hättest nur eine kurze Aufzugfahrt lang Zeit, um dich und deine Rolle so zu erklären, dass dein Gegenüber versteht, wer du bist, was du tust und wofür du stehst.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viel zu erzählen, sondern darum die Informationen auszuwählen, auf die es dir wirklich ankommt.

Drei typische Fehler

Fehler 1: Du erzählst einfach alles

Viele Assistenzen beginnen dann, ihre Aufgaben aufzuzählen.
„Ich organisiere Termine, Reisen, Veranstaltungen, bereite Meetings vor, kümmere mich um Rechnungen, schreibe Protokolle, …“
Das Problem:
Wir wissen alle, dass Aufgabenlisten von Assistenzen keine Seiten, sondern Kataloge füllen könnten. Je länger die Liste aber wird, desto weniger bleibt beim Gegenüber hängen.
Am Ende erinnert sich die Person vielleicht noch an Termine, Organisation und den Geschirrspüler.
Nicht gerade das Bild, das du vermitteln möchtest.

Fehler 2: Du bleibst zu unkonkret

Andere machen genau das Gegenteil.
„Ich kümmere mich hier eigentlich um alles Organisatorische.“
Oder – zum Beispiel zu neuen Kolleginnen und Kollegen:
„Bei Fragen können Sie jederzeit zu mir kommen.“
Das klingt freundlich – hilft deinem Gegenüber aber kaum weiter. Dir übrigens genauso wenig:
Im schlimmsten Fall denken sie tatsächlich, sie könnten mit jeder Kleinigkeit bei dir vorbeikommen.

Fehler 3: Du machst dich kleiner, als du bist

Vielleicht kennst du solche Formulierungen:
„Ich mache eigentlich nichts Besonderes.“
„Ich unterstütze hier ein bisschen.“
„Ich helfe meinem Chef bei organisatorischen Themen.“
Was bei deinem Gegenüber ankommt, ist dann oft, dass deine Arbeit hat keinen großen Einfluss hat und eher auf Hilfskraft-Niveau einzuordnen ist. Dabei stimmt meistens genau das Gegenteil.

Überlege dir, welches Bild entstehen soll

Ein guter Elevator Pitch beschreibt nicht deine komplette Stellenbeschreibung bis ins Detail.
Er beschreibt das Bild, das in den Köpfen anderer entstehen soll.
Frage dich deshalb:

  • Wofür möchte ich wahrgenommen werden?
  • Welche drei Themen beschreiben meine Rolle am besten?
  • Womit möchte ich künftig verbunden werden?
  • Bei welchen Fragestellungen sollen Kolleginnen und Kollegen später an mich denken?

Gerade ambitionierte Assistenzen dürfen dabei ruhig zeigen, wenn sie strategisch arbeiten, Projekte steuern oder Veränderungen begleiten.

Sprich über deine Wirkung – nicht nur über deine Aufgaben

Ein weiterer häufiger Fehler besteht darin, nur Tätigkeiten zu nennen. Viel spannender ist aber die Wirkung dahinter.
Statt zu sagen: „Ich organisiere die Termine der Geschäftsführung.“ könntest du sagen:
„Ich sorge dafür, dass unsere Geschäftsführung den Kopf frei hat, um sich auf strategische Entscheidungen zu konzentrieren.“
Das beschreibt dieselbe Aufgabe – macht ihren Wert aber viel deutlicher.

Ein Beispiel, wie ein guter Elevator Pitch einer Executive Assistant aussehen könnte:

Ich bin Assistenz der Geschäftsführung und sorge dafür, dass strategische Projekte, Entscheidungen und Kommunikation im Hintergrund reibungslos ineinandergreifen. Besonders gerne übernehme ich bereichsübergreifende Koordination und optimiere Prozesse, damit sich unsere Führungskräfte auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren können.

(Beispiel-Elevator-Pitch)

Sprich über Themen, denen du Gewicht verleihen möchtest

Themen, die dich gerade umtreiben, die dich interessieren und auf die du den Fokus legen möchtest, sollten vorkommen. Im Umkehrschluss lass Themen weg, wenn du nicht möchtest, dass andere dich damit in Verbindung bringen. Wenn du beim Jobcrafting Themen identifiziert hast, auf die du dich konzentrieren möchtest, sollten sie in deinem Elevator Pitch vorkommen. Wenn es auch Themen gibt, von denen du dich eh zukünftig verabschieden möchtest, lass sie auch in der Vorstellung schon einmal weg. So malst du bei neuen Bekanntschaften – und bei alten, die gerade zuhören – gleich ein besseres Bild als bisher.

Formuliere souverän

Vermeide unnötige Weichmacher wie:

  • „Ich versuche …“
  • „ein bisschen“
  • „eigentlich“
  • „Ich unterstütze …“

Nutze stattdessen klare Formulierungen:

  • „Ich sorge dafür, dass …“
  • „Ich bin verantwortlich für …“
  • „Ich koordiniere …“
  • „Ich verantworte …“
  • „Mein Schwerpunkt liegt auf …“

Natürlich sollte es der Wahrheit entsprechen – versteht sich von selbst. Das wirkt weder arrogant noch unfreundlich. Es wirkt professionell.

Ein Vergleich, den du nicht vergessen wirst

Stell dir vor, die Pilotin im Flugzeug begrüßt dich merklich verlegen und mit leisen Worten:
„Ich bin so eine Art Pilotin und soll Sie heute nach Rom fliegen. Meistens klappt das schon ganz gut.“
Vermutlich würdest du ziemlich nervös werden. 😉
Sagt dieselbe Pilotin stattdessen mit selbstbewusster Stimme: „Ich bin heute Ihre Pilotin und sorge dafür, dass Sie sicher und entspannt nach Rom kommen.“ … fühlt sich das ganz anders an.
Nicht, weil sie sich wichtiger macht, sondern weil sie Verantwortung übernimmt für sich und das, was sie tut. Genau das gilt auch für deinen Elevator Pitch.

Elevator Pitch als Teil des Personal Branding

Wenn du dich mit Personal Branding beschäftigst, kommst du an einem passenden Elevator Pitch nicht vorbei. Beim Personal Branding geht es darum, dich souverän und passend zu deinen Zielen zu präsentieren. Wenn dich das Thema interessiert, ist dieses kostenlose Webinar etwas für dich.

Ein letzter Tipp

Ein Elevator Pitch ist nicht in Stein gemeißelt, sondern lebendig.

Je nachdem, ob du mit einer Führungskraft, einer Projektleitung, einer neuen Kollegin oder einer Kundin sprichst und auch je nach Situation, kannst (und solltest) du einzelne Schwerpunkte anpassen.
Wichtig bleibt:
Du möchtest, dass andere verstehen, welchen Beitrag du leistest – und warum deine Arbeit wichtig ist. Wofür du Ansprechpartnerin bist. Was deine Themen sind. Genau das ist Personal Branding. Du musst dich nicht verstellen und es hat nichts mit Arroganz oder Eigenlob zu tun. Du bist einfach klar in dem, wie du dich präsentierst.


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Die Autorin

Judith Ahrholdt war über 20 Jahre im Assistenzumfeld tätig als Abteilungsleiterin für Assistenzen und hat sich intensiv mit moderner Rollenentwicklung und Jobcrafting beschäftigt. Sie ist zertifizierte Trainerin und Autorin.

Judith Ahrholdt

Warum deine Führungskraft dir nicht vertraut – und was dahintersteckt

Deine Führungskraft erzählt dir nicht, woran sie gerade arbeitet. Du kennst ihre Ziele nicht. Du wirst zu wichtigen Meetings nicht eingeladen.
Zugriff auf das E-Mail-Postfach? Fehlanzeige. Strategische Themen? „Nicht nötig.“
Irgendwann fragst du dich: „Wie soll ich eigentlich eine gute Assistenz sein, wenn ich nie das große Ganze kenne?“

Falls du gerade denkst: „Genau so ist es bei mir!“, dann bist du nicht allein, denn dieses Problem begegnet mir im Coaching erstaunlich oft. Es ist einer der häufigsten Gründe für Unzufriedenheit bei Assistenzen.
Die meisten Assistenzen vermuten an dieser Stelle mangelnde Wertschätzung. Ich glaube allerdings, in den meisten Fällen steckt etwas anderes dahinter: Ein Vertrauensproblem.


Bei fehlendem Vertrauen geht es fast immer um Ängste der Person, die dir nicht vertraut – nicht um deine Kompetenz.

Typ 1: Der Neuling – „Ich weiß gar nicht, wie Assistenz funktioniert.“

Ich weiß überhaupt nicht, wie ich mit der Assistenz zusammenarbeiten soll. Was ist, wenn ich sie überfordere oder unterfordere? Was denken die anderen Mitarbeitenden von mir, wenn die Zusammenarbeit nicht klappt? Woher weiß ich, welche Informationen wichtig für die Assistenz sind und welche nicht? Verliere ich meine Selbstständigkeit, wenn ich der Assistenz zu viel Einblick gebe?

Dies ist sicherlich der einfachste Fall, denn hier hilft es, in den Austausch zu gehen und zu erklären, welche Arten von Informationen du benötigst und warum. Eine Assistenz ohne Information zu den aktuellen Prioritäten, Herausforderungen und Themen kann nur ausführend assistieren aber nicht strukturgebend. Verbesserungsideen können gar nicht erst entstehen, wenn du als Assistenz nicht weißt, in welche Richtung ihr eigentlich gerade unterwegs seid. Vermittlungen kannst du nicht in die Wege leiten, wenn dich deine Führungskraft nicht darüber informiert, wo es gerade schwierig ist. Heißt: Ohne Kontext kannst du nicht proaktiv arbeiten.
Besonders am Anfang der Zusammenarbeit kann gar nicht genug Information fließen. Je mehr du in die Themen der Führungskraft involviert bist, desto besser. Dass später ein Filter gesetzt werden muss, ist selbstverständlich. Aber diesen Filter setzt am besten du selbst, denn du kannst am besten entscheiden, welche Information wichtig für das Gesamtbild ist und welche nicht.

Typ 2: Die Gebrannte – „Ich vertraue erst, wenn du es dir verdient hast.“

Deine Führungskraft ist vorsichtig und schützt sich selbst. In der Vergangenheit ist sie verletzt worden und ihr Vertrauen wurde missbraucht.
Das muss gar nicht im Unternehmenszusammenhang passiert sein, sondern kann auch aus privatem Zusammenhang stammen oder sogar aus der Kindheit.

Was ist, wenn der Assistenz Fehler passieren, für die ich dann geradestehen muss? Was ist, wenn Aufgaben, die die Assistenz übernimmt, nicht rechtzeitig fertig werden? Was passiert, wenn die Assistenz vertrauliche Informationen weitergibt? Wie verhindere ich, dass die Assistenz eine Aufgabe anders löst, als ich sie selbst lösen würde?

Hier hilft erklären allein nicht, denn diese Personen schenken dir keinen Vertrauensvorschuss, sondern sind der Meinung, dass man sich ihr Vertrauen erst „erarbeiten“ muss. Je nach Ausprägung ihrer schlechten Erfahrung kann es machbar sein, sich über die Zeit dieses Vertrauen zu erarbeiten – oder auch nicht. Die beste Vorgehensweise ist hier: sehr viel Kommunikation. Informiere über möglichst viel von dem, was du gerade tust und warum. Gib immer wieder proaktiv Zwischenstände. Sobald Fehler passieren, informiere die Person darüber, was passiert ist und was du getan hast, um den Schaden zu beheben oder zu verringern. Frage sehr viel nach, wenn dir nicht ganz klar ist, wie das gewünschte Ergebnis aussehen soll oder was genau das Ziel ist.

Typ 3: Die Dauerüberlastete – „Ich habe keine Zeit, dich einzuarbeiten.“

Deine Führungskraft ist völlig überarbeitet und gestresst und setzt falsche Prioritäten. Sich mit dir als Assistenz näher zu beschäftigen, ist eine von hunderten Aufgaben, die den Arbeitsalltag überfluten.

Wenn ich mich jetzt auch noch mit der Assistenz beschäftigen soll, wie soll ich dann alles andere noch schaffen? Was ist, wenn ich wichtige Dinge vergesse oder nicht richtig erkläre? Wie viel Zeit würde mich das alles kosten? Wird es nicht länger dauern, alles zu erklären, als es einfach schnell selbst zu erledigen? Muss ich mit zeitaufwändigen Nachfragen rechnen?

Wenn du dich hier still und verständnisvoll verhältst, um die Führungskraft zu schonen, wird es nicht besser, sondern nur noch schlimmer werden. Die Führungskraft erlebt keine wirkliche Unterstützung und fragt sich womöglich, warum sie überhaupt eine Assistenz hat. Du aber kannst gar nicht richtig unterstützen, da dir zu allem der Kontext fehlt. Hier kommst du am besten voran, wenn du knapp und klar formulierst, welche Informationen dir fehlen. Hier solltest du dich zuerst auf die Informationen fokussieren, die du ohne Mehrarbeit der Führungskraft erhalten kannst und die schnelle und „ungefährliche“ Erleichterung bringen, wie zum Beispiel: „Lass mich in deine E-Mails sehen und die Spam-Nachrichten heraussortieren.“ Oder „Lass mich beim Meeting dabei sein. Ich nehme mir selbst To-dos daraus mit, schick sie dir im Nachgang und halte sie nach.“ Denn in so einer angespannten Lage fühlt sich selbst das Weitergeben von Informationen wie Arbeit an. Je mehr die Führungskraft erfährt, was für eine Erleichterung schon ein wenig mehr Offenheit dir gegenüber für sie bringen kann, desto eher wird sie in Zukunft auch einmal etwas Zeit für Informationsaustausch in Kauf nehmen.

Typ 4: Der Selbstzweifler – „Bitte merk nicht, dass ich gerade selbst unsicher bin.“

Deine Führungskraft ist unsicher, hält sich selbst für nicht besonders gut in ihrem Job.

Was ist, wenn jemand merkt, dass ich mich mit meinem Job manchmal ziemlich überfordert fühle? Was ist, wenn sich meine Assistenz mit einigen Themen besser auskennt als ich? Was ist, wenn meine Assistenz Fehler in meiner Arbeit findet? Was ist, wenn sie etwas durcheinanderbringt, und ich dann schlecht dastehe?

Das Impostor Syndrom ist – besonders bei neuen Führungskräften – etwas ganz Normales und kann sehr unangenehm für die Person sein. Hier ist es wichtig, deiner Führungskraft besonders die Tatsache, dass du an ihrer Seite stehst, zu verdeutlichen. Du bist nicht dazu da, sie bloßzustellen, sondern dafür, ihr zu helfen, immer besser zu werden. Hier kann die Führungskraft besonders von dir profitieren, wenn du bereits eine erfahrene Assistenz bist. Aber auch wenn du eine jüngere, empathische Assistenz bist, kannst du eine große Unterstützung sein, wenn das Vertrauen da ist und ihr Probleme gemeinsam angehen könnt.

Typ 5: Der Hierarchiedenker – „Assistenz ist für mich reine Zuarbeit.“

Deine Führungskraft ist sehr von sich selbst eingenommen und der Meinung, eine Assistenz sei generell gar nicht qualifiziert oder in der Lage, bei Geschäftsführungsthemen mitzureden.

Was ist, wenn meine Assistenz glaubt, sie hätte einen wichtigen Anteil an meiner Arbeit? Was ist, wenn ich Dinge mit ihr diskutieren muss, mit denen sie sich gar nicht auskennt? Was ist, wenn mich meine Assistenz in irgendeiner Situation dumm dastehen lässt? Was ist, wenn meine Assistenz vertrauliche Informationen an meine Konkurrenz weitergibt? Was denken andere über mich, wenn ich wichtige Themen mit meiner Assistenz bespreche?

Erfahrungsgemäß ist dies der schwierigste Fall. Die Führungskraft denkt hierarchisch und glaubt, dir in allen Aspekten überlegen zu sein. Eine Zusammenarbeit mit dir auf Augenhöhe bedeutet für sie eine Abwertung der eigenen Person. Sie wirft dir stattdessen aus dem Zusammenhang gerissene kleine Aufgaben zu, denn sie hält sich selbst für „zu teuer“ dafür. Wenn du diese Aufgaben dann nicht wunschgemäß erledigst, weil dir wesentliche Hintergrundinformationen fehlen, sieht diese Führungskraft es als Bestätigung ihrer Annahme, dass du ihr intellektuell unterlegen und, wenn überhaupt, ausschließlich für Handlangerdienste geeignet bist. Die Versuche, trotzdem eine gute Arbeit abzuliefern, sind zum Scheitern verurteilt. Diese Führungskraft ist normalerweise ohne jegliche Führungsqualitäten in die Führungsrolle gekommen und nicht bereit, sich diese anzueignen. Sie hat nicht verstanden, dass es zu ihrem Job gehört, dich zu unterstützen und weiterzuentwickeln. Auch Delegation ist für sie allein die Abgabe von Tätigkeiten, für die sie sich selbst für überqualifiziert hält.

Die meisten Führungskräfte mit dieser Vertrauensproblematik sind nicht in der Lage, mit einer ambitionierten Assistenz wie dir zusammenzuarbeiten.
Doch auch hier lohnt es sich, noch einmal genau hinzusehen, ob nicht womöglich doch ein Vertrauensproblem 1-4 vorliegt. Manche Führungskräfte „tarnen“ ihr Vertrauensproblem mit einer gewissen Arroganz, die aber nicht echt ist.
Falls es jedoch definitiv der 5. Fall ist, solltest du dich intern oder extern nach einer neuen Führungskraft umsehen, denn diese wird alles daransetzen, dich klein zu halten.

Fazit

Vertrauen ist keine nette Zugabe in der Zusammenarbeit zwischen Führungskraft und Assistenz. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass du überhaupt strategisch arbeiten kannst.
Wenn Vertrauen fehlt, fehlt Information. Fehlt Information, fehlt Kontext.
Und ohne Kontext wirst du immer nur reagieren können, statt mitzugestalten.
Deshalb lohnt es sich, zuerst das eigentliche Problem zu lösen: Dir fehlt es nicht an Kompetenz und Motivation. Dir fehlt das Vertrauen deiner Führungskraft.


Wenn du im geschützten Rahmen und mit Unterstützung die Beziehung zu deiner Führungskraft verbessern möchtest, ist das kommende begleitete Programm Jobcrafting & Journaling vielleicht etwas für dich!


Die Autorin

Judith Ahrholdt war über 20 Jahre im Assistenzumfeld tätig als Abteilungsleiterin für Assistenzen und hat sich intensiv mit moderner Rollenentwicklung und Jobcrafting beschäftigt. Sie ist zertifizierte Trainerin und Autorin.

Judith Ahrholdt

Die wichtigste Liste deiner Karriere: Warum Assistenzen ihre Aufgaben dokumentieren sollten

Wenn dich jemand spontan fragen würde, was du den ganzen Tag lang so machst – könntest du es auf Anhieb beantworten? Wahrscheinlich fallen dir jede Menge Aufgaben ein, vielleicht aber nicht gerade die, für die du wirklich stehen möchtest.


Viele Assistenzen leisten jeden Tag enorm viel, können aber nur einen Bruchteil davon benennen. Zu den offiziellen Aufgaben kommen die Dinge, die „mal eben schnell“ erledigt werden: die kurzfristige Organisation eines Workshops, das Retten einer Präsentation fünf Minuten vor dem Vorstandstermin oder das Vermitteln zwischen fünf Beteiligten, die alle etwas anderes wollen.
Diese Aufgaben verschwinden oft im Alltag. Sollten sie aber nicht, wenn sie wichtig sind für deine Karriere.


Deshalb empfehle ich jeder ambitionierten Assistenz, ihre Aufgaben systematisch zu dokumentieren. Lege dir eine Liste an und ergänze sie laufend. Notiere nicht nur die Aufgaben, die in deiner Stellenbeschreibung stehen, sondern auch alles, was du zusätzlich übernimmst.
Wichtig: So eine Liste entsteht natürlich nicht an einem Nachmittag. Manche Tätigkeiten kommen täglich vor, andere nur einmal im Quartal oder sogar einmal im Jahr. Gib dir Zeit und sammle einfach konsequent weiter.


Warum sich dieser Aufwand lohnt? Hier sind die wichtigsten Gründe.

Du erkennst, wo du heute stehst

Viele Assistenzen unterschätzen den Umfang und die Komplexität ihrer eigenen Rolle.
Erst wenn du deine Aufgaben vollständig vor dir siehst, wird deutlich, welche Verantwortung du tatsächlich trägst, welche Entscheidungen du beeinflusst und welchen Beitrag du zum Unternehmenserfolg leistest.


Vergleichst du deine Tätigkeiten anschließend mit der Global Skills Matrix, erhältst du ein realistisches Bild deiner aktuellen Karrierestufe.

Du erkennst, wohin du dich entwickeln möchtest

Sobald du weißt, wo du stehst, kannst du bewusst entscheiden, wie dein nächster Karriereschritt aussehen soll.


Möchtest du strategischer arbeiten? Mehr Verantwortung übernehmen? Eine andere Assistenzrolle anstreben? Oder vielleicht langfristig aus der Assistenz heraus wechseln?


Deine Aufgabenliste zeigt dir sehr deutlich:

  • Welche Tätigkeiten zu deinen Zielen passen
  • Welche Aufgaben dich eher ausbremsen
  • Welche Erfahrungen dir für den nächsten Karriereschritt noch fehlen

Du kannst deine Entwicklung belegen

Erinnerst du dich noch daran, was du vor zwei Jahren alles gemacht hast?
Die meisten Menschen nicht.
Wenn du deine Aufgaben regelmäßig dokumentierst, wird deine Entwicklung sichtbar. Du kannst nachvollziehen, welche zusätzlichen Verantwortlichkeiten du übernommen hast und welche Kompetenzen hinzugekommen sind.


Das ist besonders wertvoll für:

  • Gehaltsgespräche
  • Entwicklungsgespräche
  • Beförderungen
  • interne Bewerbungen


Denn Fakten überzeugen grundsätzlich besser als Erinnerungen.

Du schaffst die Grundlage für Jobcrafting

Jobcrafting beginnt nicht mit Veränderungen, sondern mit Übersicht.
Bevor du entscheiden kannst, welche Aufgaben du ausbauen, reduzieren oder neu gestalten möchtest, musst du zunächst wissen, was überhaupt alles auf deinem Schreibtisch landet.
Deine Aufgabenliste wird damit zum Ausgangspunkt für wichtige Fragen:

  • Was gibt mir Energie und Freude?
  • Was kostet mich Energie und nervt mich?
  • Was zahlt auf meine Karriereziele ein?
  • Was hält mich von ihnen ab?

Du stärkst deine Positionierung

Wofür möchtest du bekannt sein?
Für Terminplanung? Für Projektmanagement? Für Stakeholder-Kommunikation? Für strategische Unterstützung?
Viele Assistenzen überlassen ihre Positionierung dem Zufall. Erfolgreiche Assistenzen tun das nicht.


Wenn du deine Aufgaben kennst, kannst du bewusst entscheiden, welche Kompetenzen du sichtbar machen möchtest – im Unternehmen, im Netzwerk und auf Plattformen wie LinkedIn.

Du bewirbst dich gezielter

Wer seine eigenen Aufgaben nicht kennt, hat oft Schwierigkeiten, passende Stellenanzeigen zu bewerten.
Wer seine Aufgaben kennt, erkennt dagegen schnell:

  • Welche Rollen wirklich zum nächsten Karriereschritt passen
  • Welche Stellen zwar schön formuliert sind aber nicht zu dir passen
  • Welchen Mehrwert du bietest im Vergleich zu Mitbewerber:innen

Zusätzlich wird es deutlich einfacher, den Lebenslauf individuell auf eine Position anzupassen.

Fazit

Viele Assistenzen, Referent:innen und Chiefs of Staff dokumentieren ihre Aufgaben erst dann, wenn ein Mitarbeitergespräch, eine Bewerbung oder ein Gehaltsgespräch vor der Tür steht.
Dann ist es oft zu spät. Dir fällt gar nicht mehr alles ein und sortiert bekommst du es auf die Schnelle auch nicht mehr.


Wer seine Aufgaben kontinuierlich festhält, gewinnt etwas Wertvolles: Klarheit über den eigenen Beitrag, die eigene Entwicklung und die eigenen Karrierechancen.
Wenn du deine Karriere aktiv gestalten möchtest, solltest du zuerst wissen, was du heute eigentlich alles leistest.


Die Autorin

Judith Ahrholdt war über 20 Jahre im Assistenzumfeld tätig als Abteilungsleiterin für Assistenzen und hat sich intensiv mit moderner Rollenentwicklung und Jobcrafting beschäftigt. Sie ist zertifizierte Trainerin und Autorin.

Judith Ahrholdt

Personal Branding im Job: Was der Geschirrspüler im Büro über deine Karriere verrät

Es beginnt oft mit einer Kleinigkeit.


Ein paar schmutzige Tassen in der Büroküche. Ein überquellender Geschirrspüler. Niemand fühlt sich zuständig. Also kümmerst du dich eben schnell selbst darum. Schließlich dauert es nur zwei Minuten.


Zwei Minuten, die auf den ersten Blick harmlos wirken. Und die auf den zweiten Blick mehr über deine Karriere aussagen können, als dir vielleicht bewusst ist. Denn im Berufsleben geht es längst nicht nur darum, wie gut du arbeitest und wie fleißig du bist. Es geht auch darum, wofür du wahrgenommen wirst.


Gerade für ambitionierte Assistenzen, die mehr Verantwortung übernehmen, strategischer arbeiten oder den nächsten Karriereschritt planen, ist das ein entscheidendes Thema. Die unbequeme Wahrheit ist:


Menschen bewerten nicht deine gesamte Kompetenz. Sie bewerten vor allem das, was sie von dir sehen. Und manchmal ist das eben der Geschirrspüler.

Sichtbarkeit im Unternehmen: Warum Kompetenz allein oft nicht reicht

Viele Assistenzen leisten täglich deutlich mehr, als ihr Umfeld wahrnimmt.

Sie

  • steuern komplexe Kalenderstrukturen,
  • entschärfen politische Spannungen zwischen Teams,
  • bereiten Management-Entscheidungen vor,
  • erkennen Risiken, bevor sie eskalieren,
  • halten operative Systeme am Laufen.

Ein Großteil dieser Arbeit ist allerdings unsichtbar. Strategisches Mitdenken sieht niemand. Krisenprävention feiert niemand. Vorausschauendes Handeln bleibt normalerweise unbemerkt, gerade dann, wenn es besonders gut gemacht wurde.

Was sichtbar ist, sind dagegen oft kleine, alltägliche Situationen:

  • Du organisierst spontan den Meetingraum.
  • Du räumst das benutzte Geschirr weg.
  • Du druckst Unterlagen in letzter Minute.
  • Du kümmerst dich „mal eben“ um Dinge, die sonst niemand macht.

Und genau hier beginnt Personal Branding im Unternehmen.

Personal Branding im Job: Dein beruflicher Trailer

Ich vergleiche Personal Branding gern mit einem Filmtrailer.
Ein Trailer zeigt nie den ganzen Film. Er zeigt nur ausgewählte Szenen.


Genau diese Ausschnitte sind entscheidend dafür, welches Bild Menschen vom Film entwickeln.


Im Berufsleben ist das ähnlich. Kolleg:innen, Führungskräfte und Stakeholder sehen nie dein komplettes Leistungsspektrum. Sie sehen nur einzelne Momente:

  • wie du sprichst,
  • wie du Entscheidungen triffst,
  • welche Aufgaben du sichtbar übernimmst,
  • wie du auftrittst,
  • welche Probleme du löst.

Aus diesen Ausschnitten entsteht dein berufliches Image.
Nicht bewusst. Sondern meist unbewusst.

Der Geschirrspüler-Effekt: Was kleine Aufgaben mit deiner Positionierung machen

Nehmen wir das Beispiel Büroküche.

Fall 1: Die Aufgabe gehört offiziell zu deiner Rolle

Wenn Ordnung und Organisation tatsächlich Teil deiner Position sind, kann Sichtbarkeit hier sogar positiv wirken.
Du sendest Signale wie:

  • zuverlässig
  • strukturiert
  • verantwortungsbewusst
  • teamorientiert

Das unterstützt deine Positionierung.

Fall 2: Alle im Team rotieren fair durch

Auch hier kann Sichtbarkeit positiv sein.
Wer Verantwortung übernimmt, ohne sich zu wichtig zu nehmen, wird oft als:

  • kollegial
  • professionell
  • verbindlich

wahrgenommen.
Gerade in modernen Organisationen ist das wertvoll.

Fall 3: Du bist eigentlich für ganz andere Dinge da – machst es aber ständig trotzdem

Hier wird es kritisch.
Denn Menschen beginnen, dich mit dem zu verbinden, was sie regelmäßig von dir sehen.
Wenn du immer wieder Aufgaben übernimmst, die unterhalb deiner eigentlichen Kompetenzebene liegen, passiert etwas Gefährliches:
Andere verknüpfen dich unbewusst mit genau dieser Rolle.
Nicht, weil sie deine Fähigkeiten unterschätzen wollen, sondern weil Sichtbarkeit Wahrnehmung formt.

Warum besonders Assistenzen davon betroffen sind

Kaum eine Rolle ist so anfällig für Fehlwahrnehmung wie die Assistenz.

Warum?
Weil Assistenzen oft hochkomplexe Arbeit leisten, die nach außen einfach aussieht.
Ein perfekt vorbereiteter Vorstandstermin wirkt mühelos. Eine elegant gelöste Eskalation hinterlässt selten Spuren. Ein verhinderter Konflikt taucht in keinem Reporting auf.


Die Folge:
Viele Assistenzen werden für ihre Hilfsbereitschaft geschätzt, aber nicht automatisch für ihre strategische Kompetenz gesehen.
Und genau deshalb ist Executive Assistant Personal Branding kein Luxus.
Es ist Karrierearbeit.

Karriereplanung für Assistenzen: Wofür möchtest du bekannt sein?

Wenn du wachsen willst, solltest du dir regelmäßig diese Frage stellen:
Wofür sollen Menschen in meinem Unternehmen spontan an mich denken?
Zum Beispiel:

  • „Sie denkt drei Schritte voraus.“
  • „Er bringt Ruhe in komplexe Situationen.“
  • „Sie hat starken Business-Sense.“
  • „Er erkennt Risiken früh.“
  • „Sie kann mit C-Level umgehen.“

Oder soll dein Name vor allem mit „macht alles, was liegen bleibt“ verbunden sein?
Das klingt hart. Aber genau diese Reflexion unterscheidet oft Assistenzen, die stagnieren, von denen, die gezielt aufsteigen

5 Fragen für dein Personal Branding im Unternehmen

Wenn du deine Sichtbarkeit strategischer steuern möchtest, frage dich:

  1. Welche Aufgaben sehen andere regelmäßig von mir?
  2. Welche meiner stärksten Kompetenzen bleiben bisher unsichtbar?
  3. Wofür werde ich spontan um Hilfe gebeten?
  4. Unterstützt diese Wahrnehmung mein nächstes Karriereziel?
  5. Welche Situationen sollte ich künftig bewusster gestalten?

Fazit: Karriere entsteht nicht nur durch Leistung – sondern durch Wahrnehmung

Leistung ist wichtig. Aber Leistung ohne Sichtbarkeit bleibt oft unter Wert.

Gerade als ambitionierte Assistenz solltest du verstehen:
Deine Karriere entwickelt sich nicht nur durch das, was du kannst, sondern auch durch das, was andere immer wieder von dir sehen.
Und manchmal beginnt diese Erkenntnis… direkt neben dem Geschirrspüler.


Personal Branding ist ein zentraler Bestandteil von Jobcrafting.

Wenn du tiefer einsteigen möchtest, ist mein Training „Jobcrafting & Journaling“ vielleicht etwas für dich.


Die Autorin

Judith Ahrholdt war über 20 Jahre im Assistenzumfeld tätig als Abteilungsleiterin für Assistenzen und hat sich intensiv mit moderner Rollenentwicklung und Jobcrafting beschäftigt. Sie ist zertifizierte Trainerin und Autorin.

Judith Ahrholdt

Wie du deine Führungskraft beim Delegieren unterstützt – und selbst strategischer wirst

Deine Führungskraft ist im Dauerstress. Der Kalender ist voll. Die To-do-Liste auch.

Trotzdem übernimmt sie immer wieder Aufgaben selbst, die eigentlich längst delegiert sein sollten.

Kommt dir bekannt vor?

Dann hast du hier eine der größten Chancen in deiner Rolle als Assistenz.

Warum Delegation oft nicht funktioniert

Viele Führungskräfte sind nicht deshalb überlastet, weil sie tatsächlich zu viel zu tun haben, sondern weil sie zu viel von den falschen Dingen tun.

Der Grund ist einfach:

Sie sind Führungskraft geworden, weil sie vorher besonders gut in ihrem Fach waren:

  • Stark im Vertrieb
  • Herausragend in der Fachexpertise
  • Exzellent in der Umsetzung

Genau diese Stärke wird in der Führung zum Problem.

Denn als Führungskraft geht es nicht mehr darum, selbst zu liefern, sondern darum, beste Ergebnisse durch andere zu ermöglichen.

Was passiert, wenn nicht richtig delegiert wird

Im Unternehmen

Wenn hochbezahlte Führungskräfte operative Aufgaben übernehmen, entsteht ein klarer wirtschaftlicher Nachteil:

Die falschen Ressourcen arbeiten an den falschen Themen.

Bei der Führungskraft

  • Zu wenig Zeit für Strategie
  • Zu wenig Fokus auf Team-, Bereichs- oder Unternehmensentwicklung
  • Kurzfristige Erfolge, aber fehlende langfristige Wirkung

Und: Mitarbeitende werden unselbstständig oder sind frustriert.

Für dich als Assistenz

Hier liegt deine Chance:

Wenn du Delegation aktiv unterstützt, zeigst du:

  • Überblick
  • Unternehmerisches Denken
  • Strategisches Verständnis

Du entwickelst dich von der operativen Unterstützung hin zur echten Sparringspartnerin.

Deine neue Rolle: Mitgestalter:in von wirksamer Führung

Eine ambitionierte Assistenz organisiert nicht nur – sie sorgt dafür, dass Führung überhaupt wirksam sein kann.

Das bedeutet konkret:

  • Du hast im Blick, womit sich deine Führungskraft beschäftigt
  • Du erkennst, welche Aufgaben dort nicht hingehören
  • Und du hilfst aktiv dabei, diese sinnvoll zu delegieren

So unterstützt du deine Führungskraft beim Delegieren

1. Schaffe Klarheit über die eigentlichen Aufgaben

Sprich mit deiner Führungskraft darüber:

Was sind aktuell die wichtigsten Verantwortungsbereiche?

Halte diese schriftlich fest.

Das wird eure wichtigste Entscheidungsgrundlage.

2. Hinterfrage Aufgaben konstruktiv

Wenn neue Themen auftauchen, stelle gezielt Fragen

  • Gehört das wirklich auf diese Ebene?
  • Wer könnte das stattdessen übernehmen?

Wichtig: lösungsorientiert, nicht kritisch.

3. Mache konkrete Vorschläge

Delegation scheitert oft nicht am Wollen, sondern an der Umsetzung.

Hierbei kannst du aktiv unterstützen:

  • „Das könnte gut bei Team X liegen, weil …“
  • „Ich kann die Übergabe vorbereiten.“

4. Übernimm (gezielt) Verantwortung

Nutze die Chance:

  • Welche Aufgaben interessieren dich?
  • Was bringt dich weiter?

Schlage proaktiv vor, Themen oder Teile davon von deiner Führungskraft zu übernehmen.

5. Begleite die Delegation

Gerade wenn Vertrauen noch fehlt, kannst du enorm viel bewirken:

  • Deadlines im Blick behalten
  • Zwischenstände einholen
  • Struktur schaffen

Du wirst zur „Sicherheitsstruktur“ im Hintergrund, sodass deine Führungskraft sich beruhigt auf ihre strategischen Themen konzentrieren kann.

Ein wichtiger Perspektivwechsel

Delegation bedeutet nicht „Arbeit loswerden“.

Sondern:

  • Verantwortung sinnvoll verteilen
  • Ressourcen optimal einsetzen
  • Wachstum und Entwicklung ermöglichen

Genau dabei kannst du eine Schlüsselrolle einnehmen.

Fazit: Delegation deiner Führungskraft ist Karrierearbeit – auch für dich

Wenn du deine Führungskraft dabei unterstützt, sich auf die richtigen Themen zu fokussieren, passiert etwas Entscheidendes:

  • Das Unternehmen wird erfolgreicher
  • Deine Führungskraft wird wirksamer
  • Und du wirst sichtbar als strategischer Businesspartner

Nicht, weil du mehr machst, sondern weil du das Richtige unterstützt.


Delegation – sowohl deine eigene als auch die deiner Führungskraft – ist ein zentraler Bestandteil von Jobcrafting.

Wenn du tiefer einsteigen möchtest, ist mein Training „Jobcrafting & Journaling“ vielleicht etwas für dich.


Die Autorin

Judith Ahrholdt war über 20 Jahre im Assistenzumfeld tätig als Abteilungsleiterin für Assistenzen und hat sich intensiv mit moderner Rollenentwicklung und Jobcrafting beschäftigt. Sie ist zertifizierte Trainerin und Autorin.

Judith Ahrholdt

Wenn du etwas gut kannst, heißt das nicht, dass du dafür zuständig sein solltest

Du bist schnell. Du bist zuverlässig. Du kriegst Dinge erledigt.
Genau das könnte gerade dein größtes Karriereproblem sein.
Nur weil du etwas besonders gut kannst, heißt das noch lange nicht, dass du es auch tun solltest – zumindest nicht, wenn du dich beruflich weiterentwickeln willst.


Die unbequeme Wahrheit: Fleiß wird oft falsch belohnt

Viele ambitionierte Assistenzen tappen in dieselbe Falle: Sie übernehmen Aufgaben, die schnell erledigt sind, sofort sichtbare Ergebnisse liefern – und oft auch ein schnelles „Danke“ bringen.

Das Problem? Diese Aufgaben bringen dich nicht weiter. Im Gegenteil: Sie halten dich genau dort, wo du gerade bist.

Woran du erkennst, dass dich Aufgaben ausbremsen

Nicht jede Aufgabe, die du gut kannst, zahlt auf deine Karriere ein. Im Gegenteil – viele tun genau das Gegenteil:

Du entwickelst dich nicht weiter

Du bist beschäftigt, aber du lernst nichts Neues. Für strategische Themen oder Weiterentwicklung bleibt keine Zeit.

Dein Image leidet

Wenn du regelmäßig „einfache“ Aufgaben übernimmst, wirst du genau damit assoziiert.
Nicht mit strategischem Denken. Nicht mit Verantwortung. Sondern mit operativer Unterstützung.
Genau dieses Bild beeinflusst im Unternehmen Entscheidungen über:
• Gehaltserhöhungen
• Projektbeteiligungen
• Beförderungen

Du trainierst dein Umfeld falsch

Was du einmal übernimmst, wird schnell zur Erwartung.
Aus „Kannst du mal schnell…?“ wird:
„Das macht doch immer [dein Name].“
Und plötzlich bist du zuständig – ohne dass es je entschieden wurde.

Andere werden abhängig von dir

Wenn du immer alles schnell übernimmst, lernen andere nicht, Verantwortung zu übernehmen.
Das Ergebnis: Mehr Arbeit für dich. Weniger Entwicklung für dich.
Du wirst nicht unersetzbar, sondern austauschbar in genau dieser Rolle.

Unterstützung wird zur Einbahnstraße

Was als Hilfe begann, wird als selbstverständlich angesehen.
Wenn du dann selbst Unterstützung brauchst, kommt sie oft nicht zurück.

Die wichtigste Regel für deine Karriere

Wenn du dir nur eine Sache aus diesem Artikel merkst, dann diese:
Eine Aufgabe gehört nicht zu deinem Fokus, wenn sie dich deinem nächsten Karriereziel nicht näherbringt.


Oder anders gesagt:
👉 Beschäftigung ist nicht gleich Fortschritt.

Wie du Aufgaben loswirst (ohne Konflikte zu eskalieren)

Der schwierigste Teil ist nicht das Erkennen, sondern das Verändern.

Hier sind konkrete Strategien, die in der Praxis funktionieren:

Kehre zu bestehenden Regeln zurück

Gab es ursprünglich eine klare Zuständigkeit oder Rotation?
Dann beziehe dich darauf – und bleib konsequent.

Schaffe neue Klarheit

Wenn es keine Regel gibt: Etabliere eine.
Argumentiere mit Effizienz und gemeinsamen Zielen.

Tausche Aufgaben strategisch

Vielleicht gibt es Kolleg:innen, die Aufgaben haben, die dich weiterbringen – und umgekehrt. Win-Win statt Frust.

Erklären statt übernehmen

Widerstehe dem Reflex: „Ich mach’s schnell selbst.“
Zeige stattdessen, wie es geht.
Ja, das dauert am Anfang länger. Aber langfristig gewinnst du Zeit – und Respekt.

Ersetze dein automatisches „Ja“

Statt sofort zuzusagen, sag: „Ich sehe es mir an und melde mich.“
Das gibt dir die Kontrolle zurück – und verhindert Reflex-Übernahmen.

Stoppe Rückdelegation konsequent

Wenn du Aufgaben abgibst, bleib dabei. Keine stillschweigende Rückübernahme.
Klarheit schlägt Harmonie.

Sorge für Gegenseitigkeit

Unterstützung sollte keine Einbahnstraße sein.
Du musst nicht alles aufrechnen – aber ein gewisses Gleichgewicht ist entscheidend.

Blockiere Zeit für deine Entwicklung

Wenn du keine Zeit dafür einplanst, wird sie dir niemand schenken.

Setze neue Standards für dich selbst

Du bist nicht dafür da, jederzeit alles für alle möglich zu machen.
Du bist da, um Wert zu schaffen.

Fazit:

Deine Rolle ist größer, als du denkst
Assistenz ist kein „Zuarbeiten“ und schon gar nicht: „für alles zuständig sein“.
Es ist ein Karrierepfad mit enormem Potenzial.
Wenn du ambitioniert bist, dann ist es deine Aufgabe, dieses Potenzial auch zu nutzen.
👉 Hör auf, dich über deine Geschwindigkeit zu definieren.
👉 Fang an, dich über deinen Impact zu definieren.
Denn genau das ist es, was langfristig zählt.

Jobcrafting

Wenn du deinen Job selbst gestalten willst: Mehr von den guten Dingen, weniger Energieräuber, mehr Wertschätzung für das, was du schaffst – dann sieh dir den Workshop „Jobcrafting & Journaling“ an!


Die Autorin

Judith Ahrholdt war über 20 Jahre im Assistenzumfeld tätig als Abteilungsleiterin für Assistenzen und hat sich intensiv mit moderner Rollenentwicklung und Jobcrafting beschäftigt. Sie ist zertifizierte Trainerin und Autorin.

Judith Ahrholdt

LinkedIn Learning 2.0

Es ist Januar 2026 und mein zweiter LinkedIn-Learning-Kurs ist online! Im ersten Kurs ging es um Tipps und Tricks für die Assistenz-Karriere und im zweiten Kurs befasse ich mich mit Business Communication (auch zum Thema Anglizismen gibt’s natürlich einen Tipp 😉)

Meine Themen:

  1. Warum Kommunikation heute wichtiger ist denn je
  2. Die Wahl des richtigen Kommunikationskanals
  3. E-Mail-Etikette 2.0
  4. Messenger & Co.: Schreiben wie gesprochen?
  5. Telefonieren mit Stil – auch heute noch relevant
  6. Missverständnisse und Kommunikationspannen
  7. Live-Kommunikation und Networking
  8. Einsatz von KI in der Business-Kommunikation
  9. Abschluss: Ihr moderner Kommunikationsstil

Hier geht es zum LinkedIn-Learning-Kurs „Moderne Business-Kommunikation: Klar, Smart, auf den Punkt“.

Kaffeekochen war gestern

… Das findet Astrid Schewe (ich natürlich sowieso – und jeder, der mal von mir gekochten Kaffee probieren musste 😉). Im letzten Jahr hatte ich das große Vergnügen, mich von Astrid interviewen zu lassen im Rahmen ihrer empfehlenswerten Interview-Reihe „Beyond Coffee“. Unser Gesprächsthema war (Überraschung!) Jobcrafting. Es hat mir super viel Spaß gemacht und das Ergebnis liest sich wirklich toll. Wer Astrids Blog noch nicht kennt, dem sei der hiermit wärmstens empfohlen! Hier geht’s zum Interview.

Und wer wieder mehr Sinn, Wertschätzung und Freude im Job erfahren und in diesem Jahr gleich mit Jobcrafting durchstarten möchte, der muss sich nicht allein ins Thema reinfuchsen, denn im März startet das neue Format Jobcrafting & Journaling – begleitet, strukturiert und strategisch.

Neu: Offene Trainings

Neben dem bisherigen Portfolio wollte ich schon länger auch offene Trainings anbieten. Und da starte ich dieses Jahr direkt mit meinen beiden Lieblingsthemen: Jobcrafting und LinkedIn!

Das Jobcrafting-Format ist ein intensives begleitetes Gestalten deiner Karriere. Kombiniert mit Journaling ist das eine besonders wirksame Methode, die nicht nur funktioniert, sondern dabei auch Freude macht. Über 10 Termine, überwiegend im wöchentlichen Abstand, arbeitest du an deinem Ziel und dem Weg dorthin. Im März geht’s los und für die Frühen unter euch gibt’s bis 31.01.2026 einen saftigen Rabatt (lohnt sich!).

LinkedIn ist ein immer noch unterschätztes Tool für Assistenzen. Viele haben Lust darauf, wissen aber nicht so richtig, wie sie damit anfangen sollen, was alles möglich ist oder wie sie noch mehr herausholen können. Dieses Webinar ist mein Neujahrsgeschenk für euch – die Teilnahme ist gratis. Wenn euch das Format gefällt, werde ich die kommenden Monate weitere planen.

Hier kannst du dir beide Angebote ansehen und dir einen Platz buchen: Offene Trainings. Ich freue mich auf dich!

LinkedIn Learning

Ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk war die Nachricht, dass mein erster LinkedIn-Learning-Kurs online ist. Die ganze Aktion – angefangen über die Anfrage von der lieben Katrin Stigge – war ein einziges Abenteuer: Probevideo verschickt, Konzept erstellt, Ausarbeitung der Inhalte, Feinschliff, lernen, lernen, lernen und schließlich die Reise nach Graz mit den Filmaufnahmen! Ich bin ganz zufrieden mit dem Video und hoffe, es gefällt euch und gibt euch ein paar Ideen für den Alltag!